Aktien Frankfurt Ausblick: Anleger halten sich vor Brexit-Abstimmung zurück

Datum: 18.10.19
Uhrzeit: 08:27

FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach einer knapp zweiwöchigen Erholungsrally bis über die Marke von 12 800 Punkten wird der Dax am Freitag moderat schwächer erwartet. Die Anleger hoffen zwar nach wie vor auf einen geregelten Brexit und eine Einigung zwischen den USA und China im Handelsstreit, wollen sich aber nicht zu weit aus dem Fenster lehnen. Der X-Dax als Indikator für den deutschen Leitindex signalisierte knapp eine Dreiviertelstunde vor der Handelseröffnung ein Minus von 0,28 Prozent auf 12 620 Punkte. Beim Eurozonen-Leitindex EuroStoxx deutet sich ein ähnlicher Verlust an.

Tags zuvor war der Dax auf einen weiteren Höchststand seit August vergangenen Jahres geklettert. Bei 12 814 Punkten setzten dann Gewinnmitnahmen ein, so dass das deutsche Börsenbarometer nun wieder um das vorherige Jahreshoch von Anfang Juli kämpfen dürfte. Der Gewinn der vergangenen vier Handelstage beträgt nach zwischenzeitlich gut 2,4 Prozent noch 1,1 Prozent.

Am Donnerstag war es endlich soweit und die EU und Großbritannien verständigten sich auf einen Brexit-Deal. Das gab laut Analyst Christian Schmidt von der Helaba dem Dax zunächst weiteren Schwung und verhalf ihm auf ein neues Zwischenhoch, bis dann wieder die Unsicherheit zurück in den Markt kam. "Denn ob der Deal am Samstag auch eine Mehrheit am im britischen Parlament finden wird, scheint sehr fraglich."

Auch Daten aus China machen den Anlegern keine Freude: Das Wachstum der chinesischen Wirtschaft hat sich unerwartet stark auf den niedrigsten Stand seit fast 30 Jahren verlangsamt. Als Ursachen nannten Experten insbesondere den Handelskrieg zwischen China und den USA - und auch hier gibt es bislang keinen Durchbruch.

Beim Blick auf die Branchen dürften mal wieder die Autowerte erhöhte Aufmerksamkeit auf sich ziehen, nachdem der französische Autobauer Renault seine Jahresziele gekappt hatte. Vorbörslich ging es für die Aktien von VW , BMW und Daimler auf der Handelsplattform Tradegate abwärts.

Die Anteilsscheine von Osram indes könnten wegen erneut aufgeflammter Übernahmehoffnungen steigen. Auf Tradegate legten sie im Vergleich zum Xetra-Börsenschluss am Vortag um 1,6 Prozent zu. Der Aufsichtsrat des österreichischen Sensorspezialisten AMS wolle an diesem Tag während seiner Sitzung auch über ein mögliches neues Gebot für den deutschen Lichtspezialisten sprechen, schrieb die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen. Nachdem jüngst das Übernahmeangebot von AMS über 41 Euro je Aktie an der Mindestannahmeschwelle von 62,5 Prozent gescheitert war, wäre es denkbar, dass die Schwelle gesenkt wird.

Auch Umstufungen könnten bewegen. So empfiehlt die Privatbank Berenberg die Aktie Gelb nun zum Kauf. Die Aussicht für die Deutsche Post habe sich deutlich verbessert und die Sicht in die Zukunft sei klarer geworden, schrieb Analyst William Fitzalan Howard und hob zudem das Kursziel auf 38 Euro an.

Die US-Investmentbank Goldman Sachs empfiehlt indes nun die Papiere der Software AG zum Kauf und hob das Kursziel auf 36 Euro an. Analyst Gautam Pillai sieht inzwischen positive Anzeichen für eine Kehrtwende bei dem Darmstädter Software-Konzern und verwies er auf eine ermutigende Dynamik in der Umstrukturierung./ck/mis

Quelle: dpa-AFX
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