Dr. Ulrich Kater, Chefvolswirt der DekaBank

Marktkommentar von Dr. Ulrich Kater

Lesen Sie jede Woche den aktuellen Marktkommentar von Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank.

Dr. Ulrich Kater studierte Volkswirtschaftslehre an den Universitäten Göttingen und Köln. 1995 promovierte er am Finanzwissenschaftlichen Seminar der Universität Köln und übte gleichzeitig eine Lehr- und Forschungstätigkeit an der Universität Köln, der Fachhochschule Köln und der European Business School aus.

Von 1995 bis 1999 war Herr Kater im Stab der „fünf Wirtschaftsweisen“ für die Themen Geldpolitik und Kapitalmarkt verantwortlich. Von 1999 an arbeitete er am Aufbau der Volkswirtschaftlichen Abteilung der DekaBank mit. Seit 2004 bekleidet er die Position als Chefvolkswirt der DekaBank und ist seit 2006 auch Vorsitzender der Kommission für Wirtschaft und Finanzen im Verband Öffentlicher Banken.

Darüber hinaus folgte er Lehraufträgen an der Universität Witten-Herdecke, der Zeppelin University Friedrichshafen sowie an der Hochschule der S-Finanzgruppe. Nebenbei ist Ulrich Kater auch als Autor zahlreicher Veröffentlichungen über Geldpolitik, Währungspolitik, internationale Kapitalmärkte, Finanzpolitik, Alterssicherungssysteme und Globalisierung in Erscheinung getreten.

03.04.2020, Kolumne von Dr. Ulrich Kater: Flut schlechter Daten

Zu den Besonderheiten der gegenwärtigen tiefen Corona-Rezession gehört, dass sie erkannt worden war, noch bevor die Wirtschaftsdaten überhaupt etwas anzeigten. Da sich ökonomische Zahlen immer auf einen Zeitraum beziehen, der einen bis drei Monate zurückliegt, laufen jetzt erst die ersten Daten ein, die den Zeitraum der Pandemie abdecken. Diese rauschen zwar in historischem Ausmaß nach unten, etwa die Arbeitsplatzverluste in den USA, die in die Millionen gehen sollten, oder die Stimmungswerte in der Industrie, die teilweise historische Tiefstände erreichen. An den Aktienmärkten war das alles jedoch schon erwartet worden, daher gab es kaum noch weitere Kursreaktionen. An den Finanzmärkten liegt das Augenmerk insbesondere darauf, ob genügend finanzielle Mittel aus den staatlichen Programmen bereitgestellt werden können, um Unternehmenspleiten zu verhindern.

Warten auf Besserungssignale

Mit schlechten Zahlen wird es noch eine Weile lang weitergehen. Auch in der kommenden Woche werden Umfrageergebnisse die gedrückte Stimmung an den Finanzmärkten bestätigen. In Deutschland wird die Produktion im Verarbeitenden Gewerbe gemeldet. Da sich diese Daten jedoch erst auf den Februar beziehen, dürfte hier der Corona-Effekt immer noch nicht sichtbar sein. Zur Diagnose der gegenwärtigen Lage sind sogenannte Echtzeitdaten, also etwa Verkehrsbewegungen oder Energieverbrauch wesentlich hilfreicher. Sie werden auch als erstes wieder nach oben zeigen, wenn ab Mai, wie es gegenwärtig wahrscheinlich ist, die Produktion in Europa allmählich wieder angefahren wird.

27.03.2020, Kolumne von Dr. Ulrich Kater: Finanzmärkte - erster Schock verarbeitet

Von den coronageplagten Finanzmärkten kamen in dieser Woche Entspannungssignale. Die Aktienmärkte legten kräftig zu, sowohl in Asien als auch in den USA, der DAX kletterte zeitweilig wieder über die 10.000-Punkte-Marke. Das entspricht einem Plus von zehn Prozent gegenüber der Vorwoche. An den Anleihemärkten trat Entspannung ein, nachdem die Käufe der EZB bei Staats- und Unternehmensadressen eingesetzt hatten. Sogar Neuemissionen konnten reibungslos platziert werden. Das alles deutet daraufhin, dass die erste Schockwelle von den Finanzmärkten ohne nachhaltige Krisensymptome verkraftet wurde. Jedoch sind die Folgen der Krise noch längst nicht alle verarbeitet. Unterdes spiegeln die ersten Wirtschaftsdaten aus den USA, wie etwa die Arbeitsmarktzahlen, den dortigen tiefen Wirtschaftseinbruch wider.

Märkte und Wirtschaft müssen sich in Geduld üben

Mit hohen Schwankungen an den Finanzmärkten wird es wohl noch eine ganze Weile weitergehen. Nicht vor Ostern ist mit einer Lockerung der Einschränkungen für Wirtschaft und Gesellschaft zu rechnen. Auch danach werden weitreichende Beschränkungen aufrecht erhalten bleiben. Die Aktienmärke haben einen Boden gefunden, sollte es bei den gegenwärtig absehbaren Wirtschaftseinbußen bleiben. Ein nachhaltiger Anstieg ist jedoch erst mittelfristig zu erwarten, wenn sich die Wirtschaftsdaten wieder verbessern. Zunächst ist jedoch das Gegenteil der Fall: Bei dem in der nächsten Woche erscheinenden Arbeitsmarktbericht aus den USA wird voraussichtlich ein Verlust von circa einer Million Jobs verkündet.

20.03.2020, Kolumne von Dr. Ulrich Kater: Corona: Herausforderungen werden angegangen

Die Einschränkungen der Weltwirtschaft durch das Coronavirus nähern sich ihrem Höhepunkt. In Europa ist die Produktion in einem bisher nicht dagewesenen Umfang angehalten worden. Das Ausmaß von Ausgangssperren wird sich vermutlich noch erhöhen. In den USA stehen ähnliche Maßnahmen unmittelbar bevor. Die neue Lage hat der Finanzmarkt mit heftigen Preiskorrekturen bei Aktien und Renten begleitet. Dank der flexiblen Reaktion der Notenbanken bleibt das Bankensystem stabil, selbst wenn in den USA in den kommenden Tagen noch weitere Belastungen aufschlagen werden. Langsam laufen erste harte Wirtschaftsdaten aus der Krisenzeit ein, die auf einen Lehman-ähnlichen Einbruch der Konjunktur schließen lassen. Trotzdem bleibt die Erwartung erhalten, dass selbst bei längeren Corona-Vorkehrungen in der Wirtschaft die Produktion deutlich schneller wieder anziehen sollte als nach der Finanzkrise.

Viele schlimme Nachrichten bereits im Markt verarbeitet

Die Aktienmärkte in Europa haben auf die Verschärfungen der Pandemie-Maßnahmen in dieser Woche kaum noch reagiert. Das ist ein Zeichen dafür, dass die Marktteilnehmer hierzulande die neue Lage eingepreist haben. Nachholbedarf haben noch die USA. Ebenfalls schwer haben es die Anleihemärkte, denn der zusätzliche Kreditbedarf in der Wirtschaft ist nicht leicht abzuschätzen. Hier hat aber das große Anleihekaufprogramm geholfen, das die EZB in dieser Woche angekündigt hat. Nachdem sich in den vergangenen Wochen die Negativmeldungen überschlagen haben, ist nun langsam das Feld für entlastende Nachrichten und Entwicklungen bereitet – selbst wenn die Dauer der Einschränkungen für Wirtschaft und Finanzmärkte nicht unterschätzt werden sollte.

13.03.2020, Kolumne von Dr. Ulrich Kater: Corona-Panik an den Börsen

Jetzt ist sie in offene Panik übergegangen, die Angst vor den wirtschaftlichen Folgen des Corona-Virus. Diese Panik bescherte den Börsen eine schwarze Aktienwoche: Der weltweite Index (MSCI-Welt) gab fast 20 Prozent nach, in Deutschland sank der DAX von den niedrigen Anfangsniveaus nochmals um fast 15 Prozent. Härter traf es die Italiener: die Mailänder Börse gab mehr als 30 Prozent ab. Sogar die Krisenwährung Gold wurde verkauft. Der Grund: die meisten Marktteilnehmer wollen jetzt Liquidität aufbauen. Es wird wahrscheinlicher, dass Notenbanken und Regierungen über die bisherigen Maßnahmen hinaus zu einer konzertierten Aktion greifen, um den Abwärtsstrudel zu stoppen. Der Hintergrund liegt natürlich weiterhin in den Beeinträchtigungen der Wirtschaft durch die Pandemie. Daher wird der eigentliche Schlüssel zur Beruhigung im Verlauf der Ansteckungszahlen liegen.

Eine weitere Krisenwoche

Die klassischen Wirtschaftsdaten werden in der kommenden Woche an den Märkten keine Rolle spielen, da sie lediglich zurückschauen. Vielmehr wird die Entwicklung der Corona-Krise zur Messlatte für die Finanzmärkte. Da ist einmal die Ausbreitung der Krankheit selber. Dabei sollte in Europa der Höhepunkt der Fallzahlen eher erreicht werden als in den USA. Aber auch in China wird sorgfältig beobachtet werden, ob die bisherige Beruhigung anhält. Als zweites stehen die Finanzmarktentwicklungen im Mittelpunkt. Hier sind bei weiterem Abwärtsdruck an den Märkten größere Maßnahmenpakete von Notenbanken und Regierungen zu erwarten, um die Verkaufsspiralen zu unterbrechen.

06.03.2020, Kolumne von Dr. Ulrich Kater: Corona-Ängste dominieren den Aktienmarkt

Eine weitere schlechte Woche für die Aktienmärkte, die weltweit um mehr als 5 Prozent nachgaben. Nachdem die Konjunkturexperten die neue Realität einer extrem schnellen weltweiten Verbreitung des Corona-Virus in ihre Berechnungen eingebaut hatten, kam für viele Regionen der Welt eine leichte Rezession für die erste Jahreshälfte heraus. Das gilt auch für Deutschland. Dies wäre generell verkraftbar, sofern es danach wieder deutlich nach oben ginge. Wie sich die Märkte jedoch weiterentwickeln, ist derzeit noch ungewiss. Zum einen weisen die Ansteckungszahlen außerhalb Chinas noch nicht auf den Höhepunkt der Verbreitung hin, zum anderen geht die Furcht vor einer Selbstverstärkung der negativen ökonomischen Folgen durch Kursrückgänge und weiteren Finanzstress um. Daher werden die kommenden Tage von weiterer Zurückhaltung an den Aktienmärkten und weiter sinkenden Renditen geprägt sein.

Märkte suchen neues Gleichgewicht

Die Sentix-Stimmungsumfrage unter Finanzmarktteilnehmern wird in der kommenden Woche die Besorgnisse der Marktteilnehmer in einem deutlichen Rückgang des Indexwertes zusammenfassen. Viel mehr interessiert allerdings, was für Kauf- und Verkaufsentscheidungen die Finanzmanager gegenwärtig ableiten. Erfahrungsgemäß streben viele große Marktteilnehmer zuerst nach einer Reduktion ihrer Risiken, was den Druck auf Wertpapierkurse zunächst erhöht, bevor wieder eine Umkehrbewegung einsetzt. Auf die Wahrnehmung der Risiken kann auch die Europäische Zentralbank in den kommenden Tagen einwirken, die bei ihrer turnusgemäßen Sitzung vorsorgliche Maßnahmen zur Abmilderung der Finanzmarktbewegungen beschließen wird.

28.02.2020, Kolumne von Dr. Ulrich Kater: Aktienmärkte krankgeschrieben

Weltweit korrigieren die Aktienkurse auch in dieser Woche weiter nach unten. Den Hintergrund dafür bildet die Ausbreitung des Corona-Virus in vielen Ländern auch außerhalb Asiens. Dies lässt ähnliche Einschränkungen des Wirtschaftslebens befürchten wie dies in China in den vergangenen Wochen der Fall war, mit ähnlichen negativen Auswirkungen für Wachstumszahlen, Umsätze und Produktion bei Unternehmen und damit verbundenen Gewinneinbußen. Selbst bei einem milderen Verlauf der Epidemie in anderen Regionen der Welt als in China wären die wirtschaftlichen Erwartungen vom Jahresanfang Makulatur. In der Abwärtsdynamik kann es zudem zu Übertreibungen kommen. Eine Erholung an den Börsen hängt jetzt zusätzlich sehr davon ab, dass sich keine negativen Eigendynamiken innerhalb des Finanzsystems herausbilden.

Stimmungstest in China

Wirtschaftsdaten sind in Zeiten einer drohenden Pandemie wenig aussagekräftig. Sie messen das wirtschaftliche Geschehen ein oder zwei Monate in der Vergangenheit, und dies wird einem hoch dynamischen Geschehen einer sich rasant ausbreitenden Viruskrankheit nicht gerecht. Gerade deswegen liegt die Aufmerksamkeit in der kommenden Woche auf den Ergebnissen der Stimmungsumfrage in der chinesischen Wirtschaft. In den USA dagegen steigt das Wahlfieber mit der Nominierung der demokratischen Präsidentschaftskandidaten in zwölf Bundesstaaten. Direkte Auswirkungen auf die Aktienmärkte sind jedoch nicht zu erwarten, da sich inzwischen die Chancen des Amtsinhaber Trump auf eine Wiederwahl verstetigt haben.

21.02.2020, Kolumne von Dr. Ulrich Kater: Der Euro schwächelt

Der Euro hat sich gegenüber dem US-Dollar abgeschwächt. Dabei handelt es sich aber um keine starke Bewegung und auch um keine neue Skepsis gegenüber der europäischen Gemeinschaftswährung. Um allerdings in unangemessener Weise einen künstlichen Superlativ zu benutzen: Der Euro ist so schwach wie seit sieben Jahren nicht mehr. Für die zu attestierende US-Dollar-Stärke haben freilich verschiedene einzelne Bausteine gesorgt: Die positive Zinsdifferenz von US-Anleihen wirkt bei niedriger Volatilität attraktiv für internationale Anleger, das Coronavirus belastet das exportorientierte Europa stärker als die relativ geschlossene US-Volkswirtschaft und die generell gestiegene Risikowahrnehmung wirkt traditionell US-Dollar-freundlich. Gemessen daran haben sich die Aktienmärkte wacker geschlagen, trotz Gewinnmitnahmen zum Wochenschluss.

Infizierte Stimmung

Die Auswirkungen des Coronavirus bleiben hinreichend unsicher. Am Montag wird dies auch die Kommentierung des ifo-Geschäftsklimas für Februar ausmachen. Ein Stimmungsrückgang ist zu erwarten und vermutlich wird dieser wegen des anhaltenden Stillstands in chinesischen Betrieben nicht der letzte sein. Ebenfalls interessant ist die unterschiedliche Inflationsentwicklung dies- und jenseits des Atlantiks. Während die Europäische Zentralbank am Freitag eher nachgebende Inflationsraten zur Kenntnis nehmen dürfte, blickt die amerikanische Notenbank Fed zum Wochenschluss auf stabilere Inflationsdaten, die wiederum Zinssenkungsphantasien im Weg stehen.

14.02.2020, Kolumne von Dr. Ulrich Kater: Der Kampf mit dem Virus geht weiter

Entgegen vieler Erwartungen beruhigt sich die Lage beim Covid-19-Virus in Asien nicht. Im Gegenteil: Die Dimension der Epidemie hat sich in dieser Woche durch neue Messverfahren noch einmal vervielfacht. Die Konsequenz: Die Produktionsunterbrechungen in China halten an. Die Börsen beweisen immer noch eine bemerkenswerte Robustheit. Sollte es nicht noch zu einer weltweiten Eskalation der Krankheit kommen, erscheint diese auf längere Sicht auch angemessen. Kurzfristig könnten jedoch Meldungen von Produktionsunterbrechungen durch Knappheiten von Vorleistungsgütern weltweit zu Kurskorrekturen führen. Der wirtschaftliche Ausblick leidet unter dieser Unsicherheit ebenfalls, insbesondere in Europa, wo die Konjunktur ohnehin nicht besonders kräftig ist. Dies hat auch den Euro gegenüber dem US-Dollar etwas günstiger werden lassen.

Kalte Dusche

Eine kalte Dusche steht den Finanzmarktteilnehmern bevor: die Stimmungsumfragen unter Finanzmarktteilnehmern und Einkaufsmanagern werden in der kommenden Woche nach unten gehen. Damit würde der Erholungstrend der vergangenen Monate erst einmal unterbrochen. Ob dadurch auch die allseits für dieses Jahr erwartete Konjunkturerholung abgesagt werden muss, hängt wesentlich von der Entwicklung der (gesundheitlichen) Bedrohungen und der wirtschaftlichen Einschränkungen in Asien ab. Für die Finanzmarktteilnehmer stehen daher diese Entwicklungen ganz oben auf der Beobachtungsliste.

31.01.2020, Kolumne von Dr. Ulrich Kater: Der Coronavirus überschattet alles

Es war extrem viel los und die Märkte hatten in der zurückliegenden Woche viel zu verarbeiten. Ein leicht enttäuschender ifo Geschäftsklimaindex in Deutschland machte den Auftakt, die amerikanische Notenbank Fed präsentierte sich zur Wochenmitte unaufgeregt und zum Wochenschluss tritt das Vereinigte Königreich aus der Europäischen Union aus (Brexit). Dies und die ordentlichen Meldungen aus der Unternehmensberichtssaison hätten schon für unterschiedliche und auch spürbare Marktbewegungen sorgen können. Doch zumindest medial dominant war unzweifelhaft der Coronavirus. Die Ansteckungszahlen in China sind weiter spürbar angestiegen. Dies hat in der Wochenbilanz Aktienkurse, Staatsanleiherenditen und den Rohölpreis mit gedrückt. Indes sind die Marktreaktionen begrenzt, weil auch die Auswirkungen auf die Weltwirtschaft als zeitlich wie im Ausmaß begrenzt zu erachten sind.

US-Präsidentschaftswahl wirft Schatten voraus

Die anstehende Börsenwoche wird abermals von der medialen Aufmerksamkeit für den Coronavirus begleitet sein. Nicht zuletzt aufgrund der sehr strikten Maßnahmen zur Eindämmung des Virus in China, wird davon ausgegangen, dass bis Ende der Woche der Höhepunkt der Ansteckungen erreicht wird. Ein Blick der Anleger gen Westen in die USA lohnt sich in anderer Hinsicht: Dort beginnt der eigentliche Vorwahlkampf der Demokraten um die Nominierung zum Präsidentschaftskandidaten. Ergänzend schauen Börsianer auf die Veröffentlichung der Einkaufsmanagerindizes sowie den Arbeitsmarktbericht, um die Einschätzung zum konjunkturellen Fortgang in den USA zu überprüfen.

24.01.2020, Kolumne von Dr. Ulrich Kater: Wie gewonnen, so zerronnen

Die Aktienwoche begann mit einem Paukenschlag. Mit 13.640 Punkten erreichte der DAX im Handelsverlauf ein neues Allzeithoch. Jedoch war der Jubel noch nicht verklungen, da zog sich das Börsenbarometer auch schon wieder zurück. Auch die Renditen an den Anleihemärkten sanken als Ausdruck von Flucht der Anleger in sichere Häfen. Die Ängste vor den Auswirkungen der hoch ansteckenden Lungenkrankheit aus China überschatteten den sonst eigentlich positiven Wirtschaftsausblick. Man dachte zurück an die Pandemie der SARS-Krankheit aus dem Jahr 2003, die in einigen asiatischen Ländern sogar die gesamtwirtschaftliche Entwicklung abgebremst hatte. Zum Wochenausklang erholten sich die Märkte allerdings wieder.

Neues Kapitel

Die Nachrichten aus China über die gesundheitliche Bedrohungslage werden von den Börsianern weiterhin aufmerksam verfolgt werden, wenngleich die Wahrscheinlichkeit für eine allenfalls geringe mögliche Beeinträchtigung der wirtschaftlichen Aussichten spricht. Ein weiteres Thema der kommenden Woche wird die Veröffentlichung des wichtigsten deutschen Wirtschaftsbarometers, des ifo-Geschäftsklimas sein. Dieses wird voraussichtlich eine weitere Erholung anzeigen. Und am Freitag ist dann endlich der Austrittstermin des Vereinigten Königreichs aus der EU erreicht und damit der Beginn eines neuen Kapitels britischer und europäischer Geschichte.

17.01.2020, Kolumne von Dr. Ulrich Kater: Optimisten bekommen Recht

Der Konjunkturhimmel hellt sich auf. Die Zahlen des Statistischen Bundesamtes deuten darauf hin, dass das Bruttoinlandsprodukt in Deutschland auf den letzten Metern des vergangenen Jahres nicht mehr gesunken ist. Die Stimmungsindikatoren zeigen erstmals seit gut einem Jahr wieder nach oben und selbst für das gebeutelte Exportgeschäft gibt es erste Anzeichen der Besserung. Dies nicht zuletzt, weil sich auch in den jüngsten Zahlen aus der chinesischen Volkswirtschaft ein stabiles Wachstum – verbunden mit mehr Investitionen – herauslesen lässt. Alles zusammen bestätigt die Arbeitshypothese der Börsianer, dass zum anhaltenden Niedrigzinsumfeld auch ein solides wirtschaftliches Fundament hinzukommt. Aus dieser Kombination ergeben sich gute Aussichten für die Aktienmärkte.

Freundliche Konjunktursignale bitte

Die Handelsvereinbarung zwischen den USA und China ist von den Börsen schon vor der Unterzeichnung honoriert worden. Nun schauen die Marktteilnehmer auf die Großwetterlage. In der kommenden Woche stehen hier die Stimmungsindikatoren im Mittelpunkt des Interesses. Neben dem Einkaufsmanagerindex der europäischen Industrie, steht als zweites Highlight die Sitzung des EZB-Rates, bei der über die Neuausrichtung der geldpolitischen Strategie beraten wird, auf der Agenda.

10.01.2020, Kolumne von Dr. Ulrich Kater: Turbulent, aber erfolgreich

Bereits zu Beginn des Jahres spiegelten sich an den Finanzmärkten wesentliche Themen des Jahres: In den USA markierte der Aktienleitindex Dow Jones in den ersten Handelstagen gleich mehrere neue Allzeithochs, in Australien gerieten die Buschfeuer außer Kontrolle und mit der Attacke auf den wichtigsten General des Irans hatte die Welt ihre erste geopolitische Krise des neuen Jahres. Jeder dieser Vorfälle deuten auf breitere Trends, die die Märkte im gesamten Jahresverlauf beschäftigen werden, hin: Die hohe Bewertung von Aktien setzt sich fort. Angesichts eines möglichen Politikwechsels in den USA häufen sich die politischen Börsen. Schließlich greifen Klima- und Nachhaltigkeitsthemen immer stärker in die Veränderungen von Vermögenswerten und damit ins Marktgeschehen ein. In dieser Woche ging es gut aus: Der Dax näherte sich seinem Allzeithoch von 13.597 Punkten.

„Kleine“ Einigung im Handelsstreit

Die schrittweise Einigung zur Deeskalation des Handelskonflikts zwischen den USA und China soll am 15. Januar besiegelt werden. Die Aussicht darauf hat in den vergangenen Wochen an den Finanzmärkten bereits für Erleichterung gesorgt. Das Wachstum in Deutschland ist dadurch 2019 trotzdem verhagelt worden. In der kommenden Woche wird die Veröffentlichung des Bruttoinlandsprodukts zeigen wie stark. In den USA dürfte die Jahresteuerungsrate im Dezember mit 2,3 Prozent ihren höchsten Stand seit gut einem Jahr erreicht haben – einen Wechsel hin zu einer strafferen Geldpolitik und damit höheren Zinsen bedeutet dies jedoch nicht.

03.01.2020, Kolumne von Dr. Ulrich Kater: Frohes neues Börsenjahr?

Nach dem grandiosen Börsenjahr 2019 wäre es für die Aktienmärkte hilfreich, wenn eher ruhigere Töne in der Geopolitik angeschlagen würden und die Konjunkturindikatoren wieder etwas mehr Zuversicht ausstrahlen. Dazu passen die Verlautbarungen von US-Präsident Trump, Mitte Januar ein erstes Handelsabkommen mit China unterzeichnen zu wollen sowie seine Reiseabsichten zum Weltwirtschaftsforum nach Davos. Sah dies zunächst nach kooperativeren Schritten aus, so hat doch die amerikanische Militärattacke im Iran die politische Risikowahrnehmung an den Märkten schlagartig wieder anspringen lassen. Der schwelende Konflikt in der Region könnte mit weiteren Eskalationen zumindest kurzfristig eine Belastung für die Aktienmärkte werden.

Freundliche Konjunktursignale gewünscht

Für das neue Jahr spielen an den Finanzmärkten die Konjunkturperspektiven eine zunehmende Rolle. Denn die Erwartungen, dass eine Rezession vermieden wird, sollten Bestätigung finden. Zur Veröffentlichung steht insbesondere der US-Arbeitsmarktbericht an, der ebenso wie der ISM-Index für das Nicht-verarbeitende Gewerbe von Robustheit zeugen dürfte. Die deutschen Produktionsdaten fallen für November zwar leicht positiv aus, ändern aber nichts an der Schwäche in der Industrie. Weder für die Aktien- noch für die Zinsmärkte sind wesentliche Impulse von den Inflationsdaten in Euroland abzusehen. Die Geopolitik dürfte kommende Woche die Märkte eher bewegen.



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