Dr. Ulrich Kater, Chefvolswirt der DekaBank

Marktkommentar von Dr. Ulrich Kater

Lesen Sie jede Woche den aktuellen Marktkommentar von Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank.

Dr. Ulrich Kater studierte Volkswirtschaftslehre an den Universitäten Göttingen und Köln. 1995 promovierte er am Finanzwissenschaftlichen Seminar der Universität Köln und übte gleichzeitig eine Lehr- und Forschungstätigkeit an der Universität Köln, der Fachhochschule Köln und der European Business School aus.

Von 1995 bis 1999 war Herr Kater im Stab der „fünf Wirtschaftsweisen“ für die Themen Geldpolitik und Kapitalmarkt verantwortlich. Von 1999 an arbeitete er am Aufbau der Volkswirtschaftlichen Abteilung der DekaBank mit. Seit 2004 bekleidet er die Position als Chefvolkswirt der DekaBank und ist seit 2006 auch Vorsitzender der Kommission für Wirtschaft und Finanzen im Verband Öffentlicher Banken.

Darüber hinaus folgte er Lehraufträgen an der Universität Witten-Herdecke, der Zeppelin University Friedrichshafen sowie an der Hochschule der S-Finanzgruppe. Nebenbei ist Ulrich Kater auch als Autor zahlreicher Veröffentlichungen über Geldpolitik, Währungspolitik, internationale Kapitalmärkte, Finanzpolitik, Alterssicherungssysteme und Globalisierung in Erscheinung getreten.

14.02.2020, Kolumne von Dr. Ulrich Kater: Der Kampf mit dem Virus geht weiter

Entgegen vieler Erwartungen beruhigt sich die Lage beim Covid-19-Virus in Asien nicht. Im Gegenteil: Die Dimension der Epidemie hat sich in dieser Woche durch neue Messverfahren noch einmal vervielfacht. Die Konsequenz: Die Produktionsunterbrechungen in China halten an. Die Börsen beweisen immer noch eine bemerkenswerte Robustheit. Sollte es nicht noch zu einer weltweiten Eskalation der Krankheit kommen, erscheint diese auf längere Sicht auch angemessen. Kurzfristig könnten jedoch Meldungen von Produktions-unterbrechungen durch Knappheiten von Vorleistungsgütern weltweit zu Kurskorrekturen führen. Der wirtschaftliche Ausblick leidet unter dieser Unsicherheit ebenfalls, insbesondere in Europa, wo die Konjunktur ohnehin nicht besonders kräftig ist. Dies hat auch den Euro gegenüber dem US-Dollar etwas günstiger werden lassen.

Kalte Dusche

Eine kalte Dusche steht den Finanzmarktteilnehmern bevor: die Stimmungsumfragen unter Finanzmarktteilnehmern und Einkaufsmanagern werden in der kommenden Woche nach unten gehen. Damit würde der Erholungstrend der vergangenen Monate erst einmal unterbrochen. Ob dadurch auch die allseits für dieses Jahr erwartete Konjunkturerholung abgesagt werden muss, hängt wesentlich von der Entwicklung der (gesundheitlichen) Bedrohungen und der wirtschaftlichen Einschränkungen in Asien ab. Für die Finanzmarktteilnehmer stehen daher diese Entwicklungen ganz oben auf der Beobachtungsliste.

31.01.2020, Kolumne von Dr. Ulrich Kater: Der Coronavirus überschattet alles

Es war extrem viel los und die Märkte hatten in der zurückliegenden Woche viel zu verarbeiten. Ein leicht enttäuschender ifo Geschäftsklimaindex in Deutschland machte den Auftakt, die amerikanische Notenbank Fed präsentierte sich zur Wochenmitte unaufgeregt und zum Wochenschluss tritt das Vereinigte Königreich aus der Europäischen Union aus (Brexit). Dies und die ordentlichen Meldungen aus der Unternehmensberichtssaison hätten schon für unterschiedliche und auch spürbare Marktbewegungen sorgen können. Doch zumindest medial dominant war unzweifelhaft der Coronavirus. Die Ansteckungszahlen in China sind weiter spürbar angestiegen. Dies hat in der Wochenbilanz Aktienkurse, Staatsanleiherenditen und den Rohölpreis mit gedrückt. Indes sind die Marktreaktionen begrenzt, weil auch die Auswirkungen auf die Weltwirtschaft als zeitlich wie im Ausmaß begrenzt zu erachten sind.

US-Präsidentschaftswahl wirft Schatten voraus

Die anstehende Börsenwoche wird abermals von der medialen Aufmerksamkeit für den Coronavirus begleitet sein. Nicht zuletzt aufgrund der sehr strikten Maßnahmen zur Eindämmung des Virus in China, wird davon ausgegangen, dass bis Ende der Woche der Höhepunkt der Ansteckungen erreicht wird. Ein Blick der Anleger gen Westen in die USA lohnt sich in anderer Hinsicht: Dort beginnt der eigentliche Vorwahlkampf der Demokraten um die Nominierung zum Präsidentschaftskandidaten. Ergänzend schauen Börsianer auf die Veröffentlichung der Einkaufsmanagerindizes sowie den Arbeitsmarktbericht, um die Einschätzung zum konjunkturellen Fortgang in den USA zu überprüfen.

24.01.2020, Kolumne von Dr. Ulrich Kater: Wie gewonnen, so zerronnen

Die Aktienwoche begann mit einem Paukenschlag. Mit 13.640 Punkten erreichte der DAX im Handelsverlauf ein neues Allzeithoch. Jedoch war der Jubel noch nicht verklungen, da zog sich das Börsenbarometer auch schon wieder zurück. Auch die Renditen an den Anleihemärkten sanken als Ausdruck von Flucht der Anleger in sichere Häfen. Die Ängste vor den Auswirkungen der hoch ansteckenden Lungenkrankheit aus China überschatteten den sonst eigentlich positiven Wirtschaftsausblick. Man dachte zurück an die Pandemie der SARS-Krankheit aus dem Jahr 2003, die in einigen asiatischen Ländern sogar die gesamtwirtschaftliche Entwicklung abgebremst hatte. Zum Wochenausklang erholten sich die Märkte allerdings wieder.

Neues Kapitel

Die Nachrichten aus China über die gesundheitliche Bedrohungslage werden von den Börsianern weiterhin aufmerksam verfolgt werden, wenngleich die Wahrscheinlichkeit für eine allenfalls geringe mögliche Beeinträchtigung der wirtschaftlichen Aussichten spricht. Ein weiteres Thema der kommenden Woche wird die Veröffentlichung des wichtigsten deutschen Wirtschaftsbarometers, des ifo-Geschäftsklimas sein. Dieses wird voraussichtlich eine weitere Erholung anzeigen. Und am Freitag ist dann endlich der Austrittstermin des Vereinigten Königreichs aus der EU erreicht und damit der Beginn eines neuen Kapitels britischer und europäischer Geschichte.

17.01.2020, Kolumne von Dr. Ulrich Kater: Optimisten bekommen Recht

Der Konjunkturhimmel hellt sich auf. Die Zahlen des Statistischen Bundesamtes deuten darauf hin, dass das Bruttoinlandsprodukt in Deutschland auf den letzten Metern des vergangenen Jahres nicht mehr gesunken ist. Die Stimmungsindikatoren zeigen erstmals seit gut einem Jahr wieder nach oben und selbst für das gebeutelte Exportgeschäft gibt es erste Anzeichen der Besserung. Dies nicht zuletzt, weil sich auch in den jüngsten Zahlen aus der chinesischen Volkswirtschaft ein stabiles Wachstum – verbunden mit mehr Investitionen – herauslesen lässt. Alles zusammen bestätigt die Arbeitshypothese der Börsianer, dass zum anhaltenden Niedrigzinsumfeld auch ein solides wirtschaftliches Fundament hinzukommt. Aus dieser Kombination ergeben sich gute Aussichten für die Aktienmärkte.

Freundliche Konjunktursignale bitte

Die Handelsvereinbarung zwischen den USA und China ist von den Börsen schon vor der Unterzeichnung honoriert worden. Nun schauen die Marktteilnehmer auf die Großwetterlage. In der kommenden Woche stehen hier die Stimmungsindikatoren im Mittelpunkt des Interesses. Neben dem Einkaufsmanagerindex der europäischen Industrie, steht als zweites Highlight die Sitzung des EZB-Rates, bei der über die Neuausrichtung der geldpolitischen Strategie beraten wird, auf der Agenda.

10.01.2020, Kolumne von Dr. Ulrich Kater: Turbulent, aber erfolgreich

Bereits zu Beginn des Jahres spiegelten sich an den Finanzmärkten wesentliche Themen des Jahres: In den USA markierte der Aktienleitindex Dow Jones in den ersten Handelstagen gleich mehrere neue Allzeithochs, in Australien gerieten die Buschfeuer außer Kontrolle und mit der Attacke auf den wichtigsten General des Irans hatte die Welt ihre erste geopolitische Krise des neuen Jahres. Jeder dieser Vorfälle deuten auf breitere Trends, die die Märkte im gesamten Jahresverlauf beschäftigen werden, hin: Die hohe Bewertung von Aktien setzt sich fort. Angesichts eines möglichen Politikwechsels in den USA häufen sich die politischen Börsen. Schließlich greifen Klima- und Nachhaltigkeitsthemen immer stärker in die Veränderungen von Vermögenswerten und damit ins Marktgeschehen ein. In dieser Woche ging es gut aus: Der Dax näherte sich seinem Allzeithoch von 13.597 Punkten.

„Kleine“ Einigung im Handelsstreit

Die schrittweise Einigung zur Deeskalation des Handelskonflikts zwischen den USA und China soll am 15. Januar besiegelt werden. Die Aussicht darauf hat in den vergangenen Wochen an den Finanzmärkten bereits für Erleichterung gesorgt. Das Wachstum in Deutschland ist dadurch 2019 trotzdem verhagelt worden. In der kommenden Woche wird die Veröffentlichung des Bruttoinlandsprodukts zeigen wie stark. In den USA dürfte die Jahresteuerungsrate im Dezember mit 2,3 Prozent ihren höchsten Stand seit gut einem Jahr erreicht haben – einen Wechsel hin zu einer strafferen Geldpolitik und damit höheren Zinsen bedeutet dies jedoch nicht.

03.01.2020, Kolumne von Dr. Ulrich Kater: Frohes neues Börsenjahr?

Nach dem grandiosen Börsenjahr 2019 wäre es für die Aktienmärkte hilfreich, wenn eher ruhigere Töne in der Geopolitik angeschlagen würden und die Konjunkturindikatoren wieder etwas mehr Zuversicht ausstrahlen. Dazu passen die Verlautbarungen von US-Präsident Trump, Mitte Januar ein erstes Handelsabkommen mit China unterzeichnen zu wollen sowie seine Reiseabsichten zum Weltwirtschaftsforum nach Davos. Sah dies zunächst nach kooperativeren Schritten aus, so hat doch die amerikanische Militärattacke im Iran die politische Risikowahrnehmung an den Märkten schlagartig wieder anspringen lassen. Der schwelende Konflikt in der Region könnte mit weiteren Eskalationen zumindest kurzfristig eine Belastung für die Aktienmärkte werden.

Freundliche Konjunktursignale gewünscht

Für das neue Jahr spielen an den Finanzmärkten die Konjunkturperspektiven eine zunehmende Rolle. Denn die Erwartungen, dass eine Rezession vermieden wird, sollten Bestätigung finden. Zur Veröffentlichung steht insbesondere der US-Arbeitsmarktbericht an, der ebenso wie der ISM-Index für das Nicht-verarbeitende Gewerbe von Robustheit zeugen dürfte. Die deutschen Produktionsdaten fallen für November zwar leicht positiv aus, ändern aber nichts an der Schwäche in der Industrie. Weder für die Aktien- noch für die Zinsmärkte sind wesentliche Impulse von den Inflationsdaten in Euroland abzusehen. Die Geopolitik dürfte kommende Woche die Märkte eher bewegen.



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