Anrechnung von Verlusten aus Termingeschäften

Wir möchten Sie über Änderungen in der Steuergesetzgebung informieren. Konkret geht es um die Verlustverrechnung nach § 20 Abs. 6 EStG. Die Ende 2019 eingeführten Verlustverrechnungsbeschränkungen wurden von 10.000 Euro auf 20.000 Euro angehoben.

Bereits für das Jahr 2020 gilt folgende Regelung: Verluste aus der Ausbuchung wertloser Wirtschaftsgüter oder der ganzen oder teilweisen Uneinbringlichkeit einer Kapitalforderung können mit Einkünften aus Kapitalvermögen bis zur Höhe von 20.000 Euro im Jahr ausgeglichen werden (§ 20 Abs. 6 Satz 6 EStG). Die Übertragung und Verrechnung nicht verrechneter Verluste auf die Folgejahre ist möglich.

In Bezug auf Zertifikate und Optionsscheine ist lediglich der Verfall der neuen Verlustverrechnungsbeschränkung gemäß § 20 Abs. 6 Satz 6 EStG mit Anwendung ab 01.01.2022 zu unterwerfen und nicht „normale“ Veräußerungsverluste. Diese „normalen“ Veräußerungsverluste werden weiterhin in den Verlusttopf „Sonstige“ eingestellt.

Zum 01.01.2021 tritt folgende Regelung in Kraft: Verluste aus Termingeschäften, zum Beispiel aus dem Verfall von Optionen, können im laufenden Kalenderjahr bis zu 20.000 Euro mit Gewinnen aus Termingeschäften und mit den Erträgen aus sogenannten Stillhaltergeschäften ausgeglichen werden (§ 20 Abs. 6 Satz 5 EStG).

Nicht verrechnete Verluste können auf Folgejahre vorgetragen werden und jeweils in Höhe von 20.000 Euro mit Gewinnen aus Termingeschäften und Stillhalterprämien verrechnet werden. Aktuelle Informationen dazu finden Sie hier:
https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2020/kw51-de-jahressteuergesetz-2020-812872

Hinsichtlich der Definition von Termingeschäften und des Begriffs der Wertlosigkeit erwarten wir Anfang 2021 eine Klarstellung per Anwendungsschreiben durch das Bundesministerium der Finanzen. Sobald uns dieses vorliegt, informieren wir Sie darüber. Die oben genannten Angaben spiegeln den aktuellen Stand der Dinge wieder. Mit Anpassungen durch das im Frühjahr 2021 erwartete Anwendungsschreiben durch das Bundesministerium der Finanzen ist voraussichtlich zu rechnen.