Betriebsräte sehen 'viel Schatten' im Stahlkonzept für Thyssenkrupp

Datum: 05.12.19
Uhrzeit: 15:00

DUISBURG (dpa-AFX) - Beim angeschlagenen Industriekonzern Thyssenkrupp beurteilen die Betriebsräte das vom Vorstand vorgelegte Konzept für den Umbau des Stahlbereichs skeptisch. "Es gibt Licht, aber auch ganz viel Schatten", sagte der Stahl-Gesamtbetriebsratsvorsitzende Tekin Nasikkol am Donnerstag in Duisburg. "Wir können definitiv keine Entwarnung geben." Für die Beschäftigten gebe es "keine langfristigen Sicherheiten". Der Betriebsrat werde das Konzept jetzt kritisch prüfen. Beim größten deutschen Stahlerzeuger sollen 2000 Arbeitsplätze wegfallen, einzelne Werke stehen auf der Kippe.

Nasikkol kündigte Widerstand der Beschäftigten gegen eine Schließung des Werks für Grobblech in Duisburg an. Thyssenkrupp prüft für die Anlage mit rund 800 Beschäftigten die Optionen Verkauf, Sanierung oder Stilllegung. Ein Verbleib im Konzern sei aber eher unrealistisch, heißt es in einer Information des Vorstands für die Mitarbeiter. Auch die Zukunft anderer Werke ist offen. "Wir sind in einer Abwärtsspirale", hatte der Stahlvorstand in der Mitteilung betont.

Nasikkol bezeichnete es als positiv, dass der Stahlvorstand endlich die Notwendigkeit hoher Investitionen in die Werke erkannt habe und die Produktionsmenge von 11,5 Millionen Jahrestonnen Stahl nicht kürzen wolle. Die Investitionsplanungen stünden aber unter dem Vorbehalt der Zustimmung des Konzernvorstands. Ob es die gebe, sei ungewiss. Die neue Konzernchefin Martina Merz hatte angekündigt, die einzelnen Unternehmenszweige stünden künftig "miteinander im Wettbewerb um Investitionen".

Thyssenkrupp will den vom Umbau betroffenen Stahlarbeitern möglichst andere Arbeitsplätze anbieten. "Dafür werden wir von unseren Mitarbeitern mehr Flexibilität einfordern müssen", sagte Personalvorstand Oliver Burkhard der "WAZ" (Donnerstag). Beim Personalabbau seien "für die ersten Jahre" nicht mehr als die angekündigten 2000 Stellen notwendig. "Ob wir 2030 am Ende weniger Beschäftigte haben werden als heute geplant, lässt sich noch nicht sagen, also auch nicht ausschließen", fügte er hinzu. Der Betriebsrat verlangt einen Tarifvertrag, mit dem betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen werden. Derzeit gilt der Kündigungsschutz bis mindestens Ende März./hff/DP/men

Quelle: dpa-AFX
Name Kurs Datum Zeit Handelsplatz
THYSSENKRUPP AG 11,32 EUR 24.01.20 17:35 Xetra
Zurück zur Übersicht
Hinweis:
Hinsichtlich weiterer Informationen und einer gegebenenfalls erforderlichen Offenlegung potenzieller Interessenkonflikte der für die Erstellung der zugrunde liegenden Finanzinformationen oder Analysen verantwortlichen Unternehmen wird auf das Informationsangebot dieser Unternehmen (Internetseite und andere Informationskanäle) verwiesen. Die S Broker AG & CO. KG unterliegt der Aufsicht der Europäischen Zentralbank und der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht. Sie erstellt zurzeit keine eigenen Publikationen der vorliegenden Art („Finanzanalysen“), sondern gibt solche lediglich inhaltlich unverändert weiter und hat vor deren Weitergabe durch den Ersteller keinen Zugang zu diesen Publikationen. Es können folgende Interessenkonflikte bei der S Broker AG & Co. KG auftreten:
  • aus dem Besitz einer Netto-Kaufposition oder Netto-Verkaufsposition, die die Schwelle von 0,5% des gesamten emittierten Aktienkapitals des Emittenten überschreitet,
  • aus einer Stellung als Marktmacher („Market Maker“) in den Finanzinstrumenten des Emittenten,
  • aus einer Federführung/Mitführung bei der öffentlichen Emission von Finanzinstrumenten des Emittenten in den vorangegangenen zwölf Monaten,
  • aus einer Vereinbarung mit dem Emittenten in den vorangegangenen zwölf Monaten über die Erbringung von Wertpapierdienstleistungen bzw. einer darauf beruhenden Verpflichtung zur Zahlung oder zum Erhalt einer Entschädigung,
  • aus einer Vereinbarung mit dem Emittenten über die Erstellung von Finanzanalysen wie der vorliegenden,
  • daraus, dass natürliche Personen, die für die S Broker AG & Co. KG tätig sind und an der Weitergabe der Finanzanalyse beteiligt waren, Anteile des Emittenten vor ihrer öffentlichen Emission erhalten bzw. erworben haben könnten,
  • daraus, dass die Vergütung von Personen, die an der Weitergabe von Finanzanalysen wie der vorliegenden beteiligt waren, unmittelbar an Geschäfte bei Wertpapierdienstleistungen oder anderweitige Geschäfte, die von der S Broker AG & Co. KG selbst abgewickelt werden, gebunden sein könnte.
Auf Wunsch stellen wir Ihnen gerne Einzelheiten zu den vorgenannten etwaigen Interessenkonflikten zur Verfügung. Ergänzend verweisen wir auf die Darstellung zu möglichen Interessenkonflikten in der "Informationen über das Finanzinstitut, seine Dienstleistungen und zum Wertpapiergeschäft" unter AGB.

Diese Meldung an Freunde versenden:
E-Mail-Adresse des Empfängers: E-Mail-Adresse des Absenders:
Name des Empfängers (optional): Name des Absenders (optional):
Zusatztext (optional):