ROUNDUP: Lufthansa und Ufo richten sich auf komplizierte Schlichtung ein

Datum: 14.11.19
Uhrzeit: 15:57

FRANKFURT (dpa-AFX) - Im Lufthansa -Konzern steht eine schwierige Schlichtung für die rund 21 000 Flugbegleiter der Kerngesellschaft an. Das Unternehmen und die Gewerkschaft Ufo vermieden es am Donnerstag in Frankfurt, konkrete Fristen oder Termine für das am Dienstag vereinbarte Verfahren zu nennen. Auch haben beide Seiten ihren jeweiligen Schlichter noch nicht benannt, der in dem angespannten Verhältnis zahlreiche Detailfragen zu klären hat.

Vorausgegangen sind monatelange juristische Auseinandersetzungen, Warnstreiks und zuletzt ein zweitägiger Ausstand der Flugbegleiter, wegen dem in der vergangenen Woche 1500 Lufthansa-Flüge ausgefallen sind. "Wir erkennen die Ufo als Gewerkschaft an", erklärte die Lufthansa-Arbeitsdirektorin Bettina Volkens noch einmal. Sie sei in der Kabine auch die Mehrheitsgewerkschaft vor der Verdi.

Das wichtigste Etappenziel hat die Ufo damit nach schweren Führungsquerelen bereits erreicht, weil der Konzern auch das so genannte Statusverfahren gestoppt hat, mit dem der Ufo die Gewerkschaftseigenschaft abgesprochen werden sollte.

"Es wird eine Sache von Jahren sein, bis die Kollegen dem Tarifpartner wieder vertrauen", erklärte der frühere Ufo-Chef Nicoley Baublies, dessen persönliche Kündigung durch die Lufthansa weiterhin nicht zurückgenommen ist. Es seien dazu noch Details zu klären, erklärte Volkens. Laut Ufo hatte der Lufthansa-Anwalt noch am Morgen bei einer Verhandlung vor dem Arbeitsgericht Frankfurt einen Vergleich mit Baublies zurückgezogen.

Beide Seiten haben vereinbart, aus der Schlichtung erst mit ausgearbeiteten Tarifverträgen wieder an die Öffentlichkeit zu treten. Zwischenabschlüsse zu einzelnen Themen sollen aber möglich sein. Auch sollen die Rechte der zweiten Gewerkschaft Verdi gewahrt werden. Man werde auch weiterhin mit beiden Gewerkschaften sprechen und dabei die Regeln der Tarifeinheit beachten, kündigte Volkens an.

Während des Verfahrens läuft eine umfassende Friedenspflicht, so dass erneute Streiks der Ufo-Flugbegleiter bis auf weiteres ausgeschlossen sind. Es dürften aber keine Abschlüsse an der Ufo vorbei geschlossen werden, mahnte der Ufo-Vize Daniel Flohr. Man habe sich daher ein Sonderkündigungsrecht für diesen Fall ausbedungen.

Flohr nannte noch weitere konkrete Verbesserungen für die Beschäftigten, die bereits verabredet worden seien. So erhalte jeder Kabinen-Mitarbeiter in diesem Jahr eine Sonderzahlung von 1500 Euro. Zuvor war bereits mit Verdi und Ufo ein "Wintergeld" für die saisonalen Flugbegleiter vereinbart worden, um deren finanzielle Engpässe in den Wintermonaten zu lindern.

Beide Seiten sind aktuell auf der Suche nach geeigneten Schlichter-Persönlichkeiten. Dies sind in der Regel erfahrene Juristen und/oder Politiker. Die Suche gestalte sich schwierig, sagte Baublies mit Blick auf den langwierigen Konflikt. "Wir haben im Vorfeld ein paar Leute verschreckt. Es ist nicht so, dass die Schlichter bei uns Schlange stehen."/ceb/DP/jsl

Quelle: dpa-AFX
Name Kurs Datum Zeit Handelsplatz
DEUTSCHE LUFTHANSA AG 16,63 EUR 12.12.19 17:35 Xetra
Zurück zur Übersicht
Hinweis:
Hinsichtlich weiterer Informationen und einer gegebenenfalls erforderlichen Offenlegung potenzieller Interessenkonflikte der für die Erstellung der zugrunde liegenden Finanzinformationen oder Analysen verantwortlichen Unternehmen wird auf das Informationsangebot dieser Unternehmen (Internetseite und andere Informationskanäle) verwiesen. Die S Broker AG & CO. KG unterliegt der Aufsicht der Europäischen Zentralbank und der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht. Sie erstellt zurzeit keine eigenen Publikationen der vorliegenden Art („Finanzanalysen“), sondern gibt solche lediglich inhaltlich unverändert weiter und hat vor deren Weitergabe durch den Ersteller keinen Zugang zu diesen Publikationen. Es können folgende Interessenkonflikte bei der S Broker AG & Co. KG auftreten:
  • aus dem Besitz einer Netto-Kaufposition oder Netto-Verkaufsposition, die die Schwelle von 0,5% des gesamten emittierten Aktienkapitals des Emittenten überschreitet,
  • aus einer Stellung als Marktmacher („Market Maker“) in den Finanzinstrumenten des Emittenten,
  • aus einer Federführung/Mitführung bei der öffentlichen Emission von Finanzinstrumenten des Emittenten in den vorangegangenen zwölf Monaten,
  • aus einer Vereinbarung mit dem Emittenten in den vorangegangenen zwölf Monaten über die Erbringung von Wertpapierdienstleistungen bzw. einer darauf beruhenden Verpflichtung zur Zahlung oder zum Erhalt einer Entschädigung,
  • aus einer Vereinbarung mit dem Emittenten über die Erstellung von Finanzanalysen wie der vorliegenden,
  • daraus, dass natürliche Personen, die für die S Broker AG & Co. KG tätig sind und an der Weitergabe der Finanzanalyse beteiligt waren, Anteile des Emittenten vor ihrer öffentlichen Emission erhalten bzw. erworben haben könnten,
  • daraus, dass die Vergütung von Personen, die an der Weitergabe von Finanzanalysen wie der vorliegenden beteiligt waren, unmittelbar an Geschäfte bei Wertpapierdienstleistungen oder anderweitige Geschäfte, die von der S Broker AG & Co. KG selbst abgewickelt werden, gebunden sein könnte.
Auf Wunsch stellen wir Ihnen gerne Einzelheiten zu den vorgenannten etwaigen Interessenkonflikten zur Verfügung. Ergänzend verweisen wir auf die Darstellung zu möglichen Interessenkonflikten in der "Informationen über das Finanzinstitut, seine Dienstleistungen und zum Wertpapiergeschäft" unter AGB.

Diese Meldung an Freunde versenden:
E-Mail-Adresse des Empfängers: E-Mail-Adresse des Absenders:
Name des Empfängers (optional): Name des Absenders (optional):
Zusatztext (optional):