Neu geregelt: der Einbehalt von Kirchensteuer auf Abgeltungsteuer

Sie sind kirchensteuerpflichtig? Dann wird ab 2015 der Anteil der Kirchensteuer an der Abgeltungsteuer automatisch von uns einbehalten und an das Finanzamt abgeführt.

Dazu werden Ihre Kirchensteuermerkmale von uns beim Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) abgefragt. Sie müssen sich dann um nichts mehr kümmern und die Kirchensteuer auf Kapitalerträge auch nicht mehr separat in der Steuererklärung ausweisen.

Sollten Sie die automatisierte Abfrage der Kirchensteuermerkmale nicht wünschen, können Sie beim BZSt bis zum 30.06.2014 eine Sperrvermerkserklärung abgeben.

Weitere, detaillierte Informationen finden Sie auf der Seite des BZSt.

Fragen & Antworten

Wie war es bisher?

Bisher führen wir Ihren Kirchensteueranteil auf abgeltend besteuerte Kapitalerträge (z.B. Zinsen) für Sie an das Finanzamt ab, wenn Sie dies bei uns beantragt haben. So werden wir auch 2014 verfahren.

Was ist neu ab 2015?

Kirchensteuer wird ab dem 01.01.2015 automatisch, ohne vorherige Antragstellung einbehalten und abgeführt. Dazu wird, wie es im Steuerrecht vorgesehen ist, einmal jährlich beim Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) für alle Kunden die Religionszugehörigkeit abgefragt. Die Abfrage wird erstmalig im Zeitraum vom 01.09. bis 31.10.2014 durchgeführt (Regelabfrage).

 

Ihr Vorteil: Der Kirchensteueranteil an der Abgeltungsteuer ist damit bezahlt und muss nicht mehr durch Sie über die Steuererklärung abgeführt werden.

 

Welche Auskünfte erhalten wir vom BZSt?

Für Angehörige einer steuererhebenden Religionsgemeinschaft teilt uns das BZSt das „Kirchensteuerabzugsmerkmal“ (KiStAM) mit. Das KiStAM gibt Auskunft über Ihre Zugehörigkeit zu einer steuererhebenden Religionsgemeinschaft und den gültigen Kirchensteuersatz.

Wenn Sie mit der Abfrage Ihres KiStAM einverstanden sind oder keiner steuererhebenden Religionsgemeinschaft angehören, müssen Sie bezüglich Ihrer Kirchensteuer auf Abgeltungsteuer nichts unternehmen.

Kann ich dem Datenabruf über das BZSt widersprechen?

Sofern Sie die Kirchensteuer nicht von uns, sondern von dem für Sie zuständigen Finanzamt erheben lassen möchten, können Sie der Übermittlung Ihres KiStAM widersprechen (Sperrvermerk).

Die Sperrvermerkserklärung muss spätestens am 30.06.2014 beim BZSt eingehen. In diesem Fall sperrt das BZSt bis zu Ihrem Widerruf die Übermittlung Ihres KiStAM für all Ihre Bankverbindungen.

Wir werden daraufhin keine Kirchensteuer für Sie abführen. Das BZSt meldet Ihrem Finanzamt den Widerspruch und Sie erklären die Kirchensteuer im Rahmen der Steuererklärung. Das Finanzamt ist gesetzlich gehalten, Sie wegen Ihrer Sperre zur Abgabe einer Kirchensteuererklärung aufzufordern.

Wo finde ich das Formular für die Sperrvermerkserklärung?

Die Sperrvermerkserklärung müssen Sie auf einem amtlich vorgeschriebenen Vordruck beim BZSt einreichen (§ 51a Abs. 2c, 2e Einkommensteuergesetz). Den Vordruck finden Sie zum Download unter:

www.formulare-bfinv.de unter dem Stichwort „Kirchensteuer“

Was passiert mit meinem Auftrag zum Einbehalt der Kirchensteuer für 2014?

Wenn Sie uns für 2014 einen Auftrag zum Einbehalt der Kirchensteuer eingereicht haben, gilt dieser noch für das Jahr 2014. Zum 01.01.2015 werden dann aber alle bisher eingereichten Aufträge ungültig. Es gelten dann nur noch die vom BZSt erhaltenen Kirchsteuermerkmale.

Was ist, wenn ich im laufenden Jahr aus der Kirche austrete?

Die Anfrage beim BZSt erfolgt jedes Jahr zum Stichtag 31.08. Die Merkmale, die wir für diesen Stichtag übermittelt bekommen, werden dann für den Kirchensteuerabzug des Folgejahres zugrunde gelegt. Bei einem Austritt nach dem 31.08. wird dieser erst im übernächsten Jahr automatisch berücksichtigt. Korrekturen können durch Sie im Rahmen der Steuererklärung erfolgen.

Welche Regelung gilt bei thesaurierenden Fonds?

Die automatische Abführung der Kirchensteuer erfolgt auch für Erträge von in Deutschland thesaurierenden Fonds. Für im Ausland thesaurierende Fonds kann die Kirchensteuer nicht einbehalten werden und muss weiterhin über die Steuererklärung erklärt werden.

 

Benötigen Sie noch weitere Informationen? Wir helfen Ihnen gerne weiter. Rufen Sie einfach unsere kostenlose Kunden-Hotline 0800-2080222 an oder schreiben Sie uns eine E-Mail an service@sbroker.de.