ROUNDUP/Aktien Europa Schluss: Verluste - Dow im Minus, Konsumwerte belasten
Datum: 29.07.10 Uhrzeit: 18:55
PARIS/LONDON (dpa-AFX) – Der EuroStoxx 50 hat am Donnerstag seine
Vortagesverluste ausgeweitet. Börsianer machten dafür Gewinnmitnahmen im Dow
Jones nach den zuletzt deutlichen Kursanstiegen verantwortlich. Zudem litten
US-Konsumwerte unter negativen Zahlen von Colgate-Palmolive und drückten den
Leitindex damit weiter ins Minus. Positiv aufgenommene Quartalsergebnisse
europäischer Schwergewichte dämmten Händlern zufolge die Verluste an den
europäischen Börsen ein.
Der EuroStoxx 50 sank um 0,48 Prozent auf 2.752,93 Punkte, nachdem er am Vortag
bereits 0,12 Prozent verloren hatte. Der CAC-40-Index fiel in Paris um 0,50
Prozent auf 3.651,91 Punkte und der FTSE 100 in London gab um 0,11 Prozent nach
auf 5.313,95 Punkte.
Auch in Europa zählten Konsumwerte zu den größten Verlierern. Der entsprechende
Branchenindex fiel um 1,40 Prozent auf 386,01 Punkte. Unter den Einzelwerten
verbilligten sich etwa die Papiere von Unilever um 2,66 Prozent auf 22,51
Euro und die von Groupe Danone um 1,44 Prozent auf 43,72 Euro.
Gemieden wurden ebenfalls die als konjunktursensibel geltenden Finanzwerte. So
fielen BNP Paribas am Ende des europäischen Leitindex EuroStoxx 50 um 2,84
Prozent auf 53,40 Euro. Credit Agricole und Banco Santander sanken um 1,72 und
1,63 Prozent. Damit rückte in den Hintergrund, dass die spanische Großbank im
ersten Halbjahr die Schwäche in ihrem Heimatmarkt mit einem starken
Auslandsgeschäft ausgeglichen hatte. Vor allem das Geschäft in Brasilien
entwickelte sich zuletzt positiv und war im ersten Halbjahr bereits einer der
größten Gewinnbringer.
Zu den größten Verlierern zählten die Papiere von ArcelorMittal . Die
Stahl-Titel verloren nach negativen Analystenkommentaren als Reaktion auf die
Zahlenvorlage vom Vortag 2,21 Prozent auf 23,665 Euro.
Sanofi-Aventis-Titel sanken um 1,34 Prozent auf 44,82 Euro. Der Pharmakonzern
hatte zwar im zweiten Quartal mehr verdient als im Vorjahr, allerdings auch die
am Wochenende gesenkte Prognose bestätigt. Darüber hinaus kursieren weiter
Gerüchte um eine Übernahme des US-Biotech-Unternehmens Genzyme . Dessen Aktien
gewannen zuletzt in New York 2,94 Prozent.
Besonders stark entwickelten sich die Papiere von France Telecom mit einem Plus
von 5,47 Prozent auf 16,00 Euro. Trotz eines Umsatz- und Gewinnrückgangs hatte
das Unternehmen nach Einschätzung von Börsianern auf seinem Heimatmarkt besser
als erwartet abgeschnitten. Auch der spanische Konkurrent Telefonica
überraschte mit seinen Zahlen positiv, die Titel gewannen 3,20 Prozent auf 17,55
Euro.
Die Aktien von Shell reagierten mit einem Minus von 0,20 Prozent auf 1.783,50
Pence auf die Quartalszahlen. Der britisch-niederländische Ölkonzern hatte den
Gewinn steigern können. Doch Konzernchef Peter Voser hatte auch von einem
unsicheren Ausblick gesprochen.
Derweil erhöhte der britisch-schwedische Pharmakonzern AstraZeneca nach einem
Gewinnanstieg seine Prognose, die Titel stiegen um 2,70 Prozent. Das Unternehmen
macht zudem Fortschritte bei der Zulassung des Blutverdünners Brilinta in den
USA. Auch der italienische Energiekonzern Enel hob nach einem zweistelligen
Ergebnisplus im ersten Halbjahr die Prognose für 2010 an. Die Aktien stiegen um
0,07 Prozent./la/edh
Quelle: dpa-AFX
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