|
ROUNDUP 2: Heidelberger Druck verringert Quartalsverlust - Aktie legt zu
Datum: 09.02.10 Uhrzeit: 12:51 (neu: Aussagen aus Telefonkonferenz, aktualisierter Aktienkurs, Analystenstimmen) HEIDELBERG (dpa-AFX) - Der Druckmaschinen-Hersteller Heidelberger Druck Eine deutliche Trendwende in der leidenden Druckindustrie ist für Heideldruck noch nicht abzusehen. Für das laufende Quartal rechnet der Konzern aber mit einer leichten Erholung bei Umsatz und Aufträgen und peilt beim operativen Ergebnis wieder schwarze Zahlen an. Die Jahresprognose bestätigte der Vorstand. Danach soll der Umsatz deutlich unter dem des Vorjahres liegen. Operativ rechnet Heidelberger Druck vor Sondereinflüssen mit einem Verlust zwischen 100 und 150 Millionen Euro. Im Geschäftsjahr 2008/09 hatte das Unternehmen noch 3 Milliarden Euro umgesetzt bei einem operativen Verlust von 49 Millionen Euro. ANALYSTEN Die Zahlen seien 'durch die Bank besser' ausgefallen, sagte ein Börsianer. Commerzbank-Analyst Dirk Nettling hob den überraschend hohen Auftragseingang und Fortschritte bei der Umstrukturierung hervor. Für Equinet-Analyst Holger Schmidt sind die unerwartet guten Zahlen gar Zeichen einer Trendwende. 'Der erwartete Turnaround wird Realität.' Zwischen Oktober und Dezember wuchs der Auftragseingang von 560 auf 609 Millionen Euro und damit auf den höchsten Stand seit fünf Quartalen. Der Umsatz fiel auf 578 Millionen Euro nach 750 Millionen vor einem Jahr. 'Vor allem in China und Deutschland konnten wir ordentliche Geschäftserfolge erzielen', sagte Vorstandschef Bernhard Schreier. Da die Druckereien weltweit generell aber immer noch zurückhaltend mit Investitionen sind, kann Schreier aber derzeit noch keine deutliche Erholung ausmachen. In Europa, dem Mittleren Osten und in Afrika scheine die Talsohle durchschritten. In Nordamerika sei hingegen noch keine Verbesserung zu erkennen. OPERATIVER VERLUST Das Geschäft in den einzelnen Druckereisparten entwickelt sich den Angaben zufolge sehr unterschiedlich. Bei den Werbedruckern seien die Auslastung und damit auch der Investitionsbedarf weiterhin sehr niedrig, sagte Schreier. Dagegen laufe das Geschäft im Verpackungsdruck stabil. Derzeit beobachtet der Vorstand positive Signale vor allem aus Asien. Diese reichten aber nicht aus, um die Rückgänge aus den Industrieländern zu kompensieren. In China produziert Heideldruck standardisierte Druckmaschinen und will seinen dortigen Mitarbeiterstab von 300 auf 600 ausbauen. Angesichts der 'schwersten Absatz- und Branchenkrise des Unternehmens' hat laut Schreier Kostendisziplin für das Unternehmen weiter höchste Priorität. Die Kreditlinien seien bis 2012 gesichert. Operativ verlor der Konzern im dritten Geschäftsquartal vor Sondereinflüssen 13 Millionen Euro. Einschließlich Sondereffekten, also vor allem nicht benötigten Rückstellungen für den Personalabbau und Effekten aus dem Sparprogramm, lag der operative Gewinn bei 17 Millionen Euro. Zum wichtigen Thema Finanzierung gab es Neuigkeiten: Heidelberger will eine eigentlich bis 2012 laufende Wandelanleihe bereits in diesem Februar zurückzahlen. Sein Überleben hatte der Konzern zuletzt nur durch staatliche Bürgschaften und Kredite sichern können. UMBAU Heidelberger Druck trennt sich derzeit von 4.000 seiner einst 20.000 Mitarbeiter. Ein neuer Zuschnitt des Konzerns soll die Lage zusätzlich entspannen: Der Konzern gliedert sich ab 1. April in die Sparten Produkte und Services sowie Finanzdienstleistungen. Bislang war das Unternehmen in Drucktechnik und Weiterverarbeitung wie Verpackungsmaschinen aufgeteilt. In diesen Sparten wurden auch die Wartung und der Verkauf von Verbrauchsmaterialien abgewickelt. Künftig will Heidelberger Druck ein Vertriebsnetz verstärkt für Logistik-Dienstleistungen rund um den Druckbetrieb nutzen./stb/stw --- Von Stefan Bauer, dpa-AFX --- Quelle: dpa-AFX |
||||||
|
|

